
Da steht ein deutscher Konzernchef auf einer Wahlkampfbühne in Georgia, neben Donald Trump, und verkündet ein Vier-Milliarden-Dollar-Werk in den USA.
4.500 neue Jobs, große SUVs für Amerika. Trump präsentiert das Projekt zehn Tage vor den Midterms als Erfolg seiner Zollpolitik.
Audi-Chef Döllner bedankt sich für die Unterstützung.
Yippiehhhhh.
Und daheim?
Bis 2029 baut Audi in Deutschland bis zu 7.500 Stellen ab. Jetzt will der Konzern sogar den Zukunftspakt mit der Beschäftigungsgarantie neu verhandeln, besonders in Neckarsulm geht die Angst um. Gestrichen werden Weihnachtskonzerte, Firmenläufe und die Förderung einer Jugendchorakademie.
Für Ingolstadt und Neckarsulm der Rotstift. Für Trump die große Bühne.
Da frage ich mich schon, ob die deutschen Autobauer Europa gerade den Stinkefinger zeigen.
Daheim Sparprogramme und Stellenabbau. Und im „Drill, baby, drill“-Land Milliardeninvestitionen in riesige SUVs, um weiter die Luft zu verpesten. Bravo!
Natürlich gibt es wirtschaftliche Gründe für ein US-Werk. Audi will näher an seine amerikanischen Kunden und unabhängiger von Handelsrisiken werden. Trumps Zölle erhöhen den Druck, vor Ort zu produzieren.
Genau so soll seine Zollpolitik funktionieren. Und jetzt darf Trump den Erfolg auch noch mitten im Wahlkampf vorführen. Und ein deutscher Autobauer-Chef lässt sich einspannen wie Musk, Zuckerburg und Co. Pünktlich zu den Wahlen.
4.500 neue Arbeitsplätze in Georgia. Bis zu 7.500 weniger in Deutschland.
Man kann im Übrigen auch ein Werk in Amerika bauen, ohne dafür sabbernd auf Trumps Wahlkampfbühne zu steigen.
Republicans @Republicans
Audi CEO Gernot Döllner credits President Trump for the company's new auto investments in Georgia:
"I would like to thank Mr. President for your support and the great opportunity."
"We are planning to bring our biggest and most premium SUVs and produce them here in Macon!"